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11.05.2002 - TH LKW Unfall

11.05.2002 - Seminar: Technische Rettung und notfallmedizinische Vorgehensweise bei LKW-Unfällen

Am 11.05.2002 besuchten 3 unserer Kameraden die Fortbildungsveranstaltung "Technische Rettung und notfallmedizinische Vorgehensweise bei LKW-Unfällen". Es handelte sich um eine gemeinsame Feuerwehr-, Nottarzt- und Rettungsdienstfortbildung mit Vorträgen und einer Demonstration durchgeführt von der BG Unfallklinik Ludwigshafen und der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen am Rhein. Themen waren unter anderem die Verletzungsmuster von verunfallten LKW-Insassen, die technische und medizinische Zusammenarbeit bei der Rettung, passive Sicherheit im modernen LKW-Fahrerhaus, Fallbeispiele und eine Demonstration der technischen Rettung und der notfallmedizinischen Versorgung verunfallter LKW-Insassen.

Nachdem am Vormittag im Hörsaal der BG Unfallklinik der theoretische Teil durch Referenten der Firmen Daimler-Chrysler AG , MAN Nutzfahrzeuge, Ärzte der BG Unfallklinik und Vertreter der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen durchgenommen wurde, ging es am Nachmittag mit einer praktischen Demonstration bei der Berufsfeuerwehr Ludwigshafen weiter. Dazu standen zwei LKW's verschiedener Hersteller zur Verfügung. (ein Actros und ein MAN).

Hier nun eine kurze Erläuterung zu den wichtigsten Schritten:

1. Schritt: Sichern

Diese Phase beinhaltet alle Maßnahmen, die erforderlich sind, um eine Gefährdung der Einsatzkräfte und der zu rettenden Personen während der Rettungsmaßnahmen auf das unabwendbar notwendige Maß zu reduzieren.

2. Schritt: Zugang schaffen:

Diese Phase bedeutet, zu den gefährdeten Personen vordringen, um die lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen durchführen zu können.

Dazu wurde die Frontscheibe des LKWs entfernt.Während die Frontscheibe bei MAN eingeklebt ist, verwendet Daimler Chrysler eine Gummidichtung.

3. Schritt: Lebensrettende Sofortmaßnahmen

Lebenserhaltende Sofortmaßnahmen sind alle unaufschiebbaren lebensrettenden medizinischen Maßnahmen, die notwendig sind, um den Zustand des Verletzten soweit zu stabilisieren, daß sich dieser Zustand bis zur Befreiung des Verletzten nicht weiter verschlechtert. Der Feuerwehrmann kann folgende lebenserhaltende Maßnahmen durchführen: Schockbekämpfung, Stillen von lebensbedrohlichen Blutungen, Widerherstellen oder Unterstützung der Atemfunktion, Herz-Lugen-Wiederbelebung

4. Schritt: Befreien

Das Befreien beinhaltet alle Maßnahmen, die nach Durchführung der lebenserhaltenden Sofortmaßnahmen zum "Herausführen/ Herausbringen" der Personen aus dem Gefahrenbereich notwendig sind.

Hierzu wurde zuerst die Fahrertür mittels Spreizer entfernt.(Bild1). Dabei ist zu beachten, dass eine LKW Tür um die 80 kg oder mehr wiegen kann.

Als nächstes wurden zwei Entlastungsschnitte gemacht. Der erste Schnitt ist im Bereich der A-Säule, der zweite Schnitt im Bereich des Schwellers ins Bodenblech. (siehe gelbe Pfeile, Bild2). Der Schnitt in den Schweller im Bereich des Bodenbleches sollte ungefähr 2 Scherentiefen betragen. Hierzu ist es sinnvoll den vordersten Schnitt V-förmig anzusetzen um beim zweiten Schnitt mit der Schere tiefer einschneiden zu können. Nun wird ein Retungszylinder eingesetzt, welcher in den Türrahmen in Höhe des Türschlosses eingesetzt wird, da hier der Druckpunkt am hinteren Teil des Fahrerhauses am steifesten ausgelegt ist und man waagrecht nach vorne drücken kann. Es ist darauf zu achten, dass der Vorderbau nach vorne gedrückt wird und sich der Zylinder nicht im Bereich des Türschlosses nach hinten eindrückt. Eventuell ist es hierbei im Verlauf nötig, den Zylinder durch einen längeren Zylinder zu ersetzen um mehr Freiraum zu schaffen. Da der Rettungszylinder bei der Befreiung der Person im Weg sein kann, wird ein weiterer Zylinder parallel zu A-Säule in den Rahmen der Frontscheibe eingesetzt. Dieser Stütz dann den nach vorne gedrückten Vorbau gegen das Dach ab, so dass man den seitlichen Zylinder zum rausnehmen der Person entnehmen kann.

Als besonderes Problem beim LKW stellt sich bei all diesen Arbeiten die Höhendiverenz da. Dies wurde hier durch eine Arbeitsbühne gelöst.

Bild1
Bild2
Bild3

5. Schritt: Transportfähigkeit herstellen

Diese Phase beinhaltet alle rettungsdienstlichen Tätigkeiten, die an der Einsatzstelle zur weiteren Stabilisierung des Gesundheitszustandes vor dem Transport ins Krankenhaus notwendig sind. Diese Maßnahmen werden in der Regel vom Notarzt bzw. der Besatzung des Rettungswagens durchgeführt.


 
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