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15.04.2009 - Brand Mülldeponie

15.04.2009 - Brand Mülldeponie

Am Mittwoch den 15.04.2009 wurde die Feuerwehr Groß-/Kleinniedesheim zusammen mit den anderen Wehren der Verbandsgemeinde Heßheim gegen 2:45 zu einem Brand auf der Mülldeponie in Heßheim alarmiert.

Aufgabe der Feuerwehr Groß-/Kleinniedesheim war es die Wasserversorgung für das Heßheimer LF über einen Löschteich sicher zu stellen. Ebenso wurden durch die Feuerwehr Groß-/Kleinniedesheim Atemschutz-Reservetrupps zur Verfügung gestellt.

In der Rheinpfalz vom 16.04.2009 erschien zu diesem Einsatz folgender Artikel:

Großeinsatz für rund 70 Leute der Freiwilligen Feuerwehr: Kaum ist das Feuer fast unter Kontrolle, facht der Wind es noch stärker an. FOTO:BOLTE

Deponie-Gelände in Flammen

Hessheim: Bis zu 3000 Quadratmeter Gewerbeabfälle der Firma Süd-Müll in Brand - Kriminalpolizei vermutet Selbstentzündung

Großalarm in Heßheim: Gegen 2.45 Uhr in der Nacht auf Mittwoch stand ein Teil der Süd-Müll-Deponie in Flammen. Polizei sowie Freiwillige Feuerwehr, die mit 70 Leuten vor Ort war, vermuten, dass sich der Gewerbemüll an einem Flecken selbst entzündet und sich der Brand ausgebreitet hat. Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.

Ein riesiger Sandhaufen, vor dem die Bagger eifrig hin- und herfahren und auf den Wasser gesprenkelt wird. Im Morgenlicht ist fast nichts mehr zu sehen von dem aufwändigen Großeinsatz in der Nacht. Die Brandstelle liegt weithin sichtbar auf dem sanften Hügel; wer jedoch zuerst den Lichtschein im Dunkeln bemerkt und die Feuerwehr alarmiert hat, ist nicht klar. „Wahrscheinlich hat sich ein Autofahrer unter der zentralen Rufnummer 112 gemeldet", sagt Wehrleiter Reiner Geiger. Sofort griff der Notfallplan, der in Zusammenarbeit mit der Firma Süd-Müll erstellt wurde.

Die Freiwillige Feuerwehr der Verbandsgemeinde Heßheim holte sich noch Hilfe bei den Kollegen in Lambsheim, dem Gefahrstoffzug aus Schifferstadt und der Führungsgruppe Rhein-Pfalz-Kreis. „Es gab viel zu organisieren. Wir brauchten jede Menge Löschschaum, mussten unsere Leute versorgen, alles dokumentieren", erzählt Geiger. Auch die Gewerbeaufsicht und die Kriminalpolizei seien vor Ort gewesen.

Von Brandstiftung geht die Kriminalpolizei jedoch nicht aus. Auf dem Geländeabschnitt werden laut Süd-Müll Gewerbeabfälle zwischengelagert: „Mineralische Abfälle wie verunreinigte Böden, Straßenaufbruch", sagen die Junior-Geschäftsführer Benedikt und Dominic Eberhard. Gebrannt hätten eher die ebenfalls dort gelagerten Folien und Gewerbeverpackungen, berichtet Wehrleiter Geiger. „So etwas kann sich von alleine entzünden, beispielsweise durch ein Stück Glas, das das Licht bündelt. Das kann am Tag zuvor passiert sein", erklärt Geiger. „Gegen Nachmittag kam dann ein leichter Wind auf, der vielleicht die Glut angefacht hat."

Wind hat auch die Löscharbeiten erschwert. Als die Einsatzkräfte bei der Deponie ankamen, brannte es laut Wehrleiter zunächst auf 150 Quadratmetern - der Größe eines Einfamilienhaus-Grundstücks. „Wir hatten es fast unter Kontrolle, da kam ein starker Wind auf, so dass zum Schluss 3000 Quadratmeter brannten."

Während die Wehrleute die Flammen und den Qualm mit Löschschaum in Schach zu halten suchten, halfen 25 Mitarbeiter der Firma, die ebenfalls per Notfallplan alarmiert worden waren, um den Brand mit Tonnen von Sand zu ersticken. „Für solche Fälle halten wir das Material bereit und haben schwere Geräte für den Einsatz", sagt Manfred Hery, Betriebsleiter für den Bereich Sonderabfälle. Er schätzt, dass nun rund 800 Tonnen Sand die Brandstelle abdecken.

Die Firma hält Brandwache, um ein Wiederentfachen rechtzeitig zu bemerken. Die Feuerwehr hat ihren anstrengenden Einsatz gegen 10 Uhr beendet und muss zwei Tage lang ihre Geräte putzen - auch die Gasmasken, die wegen der Verbrennungsgase im Einsatz waren.

„Verbrennungsgase sind immer giftig und schädlich für die Umwelt", sagt Geiger. Der Qualm sei jedoch nicht schädlicher gewesen als bei einem Hausbrand. Eine erhöhte Konzentration beispielsweise von Kohlenmonoxid sei etwa eine Stunde lang direkt am Brandherd vom Gefahrenstoffzug gemessen worden. In 50 Metern Entfernung sei nichts mehr feststellbar gewesen - auch nicht in den Ortschaften drum herum, wo sicherheitshalber Messungen gemacht wurden. Der Wind habe den Rauch vor allem Richtung Lambsheim und Weisenheim am Sand getrieben.

„Die Heßheimer hatten diesmal Glück. Man kann auch nichts riechen", sagt Geiger. Es sei auch kein größerer Schaden auf dem Firmengelände entstanden, berichten die Junior-Geschäftsführer. Nur der Abfall, der durch den Brand verunreinigt sei, müsse jetzt gereinigt werden, was Zeit und Arbeitskraft koste.

So ein Brand könne vorkommen, meinen die Süd-Müll-Vertreter. Es sei der einzige in den letzten 15 Jahren auf dem Firmengelände gewesen. Im Juni 2002 war es die benachbarte und vom Land betriebene Sondermülldeponie, auf der ein Brand ebenfalls durch eine Glasscherbe ausgebrochen sein könnte. Damals wütete das Feuer auf rund 10.000 Quadratmetern, und Bürger Heßheims klagten, sie hätten unter dem Rauch gelitten. (jel)

LANDMAA

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.88, Datum: Donnerstag, den 16. April 2009, Seite: Nr.17, "Deep-Link"-Referenznummer: '4877884'

In der Rheinpfalz vom 22.04.2009 erschien hierzu folgender Artikel:

Fäulnisgase könnten mit schuld an dem Brand sein, vermuten Heßheimer Bürger. Die Fachleute schließen das aus: Unter dem Gewerbemüll gebe es keine organischen Abfäle, die verwesen könnten. FOTO:BOLTE

Schutzgemeinschaft hegt Zweifel an Selbstentzündung bei Deponiebrand

Hessheim: Ursachensuche nach dem Brand auf Zwischenlager

Dass ein Teil der Deponie der Heßheimer Firma Süd-Müll in der Nacht auf Freitag vergangener Woche von alleine Feuer gefangen hat, bezweifelt die Schutzgemeinschaft gegen Mülldeponien. Sie hält Fäulnisgase für die Ursache und fordert mehr Schutzvorkehrungen. Betreiber, Behörden und Kriminalpolizei bekräftigen auf Nachfrage jedoch ihre Theorie der Selbstentzündung. Es sei vorgesehen, Ursachen und Verbesserungen noch genauer zu erörtern.

An das „Märchen von der Selbstentzündung" will der Heßheimer Franz-Josef Brossart nicht glauben. „Ich vermute, dass im alten Deponiekörper noch Fäulnisgase entstehen, die hochbrennbar sind", sagt Brossart. Das erkläre für ihn auch, warum sich der Brand während der Löscharbeiten so schnell ausgebreitet hatte. Er fordert, dass ein Brandsachverständiger hinzugezogen werden solle, der seine These verfolge. Und er verspricht sich mehr Sicherheit von einer Halle. „Mich stört, dass diese Mengen offen rumliegen, die sich entzünden können. Diesmal hatten wir Heßheimer Glück, weil der Qualm nach Südwesten gezogen ist. Aber auch die Lambsheimer sind schützenswert", sagt Brossart.

Gebrannt hatte es auf dem Zwischenlager für Gewerbemüll. „Darunter befinden sich keine organischen Abfälle", sagt Süd-Müll-Geschäftsführer Gernot Eberhard. Das bestätigen auch die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd und das Polizeipräsidium Rheinpfalz, deren Fachleute vor Ort waren. Dieser Teil des Firmengeländes liege östlich der Hausmülldeponie, sei neueren Datums, und es gebe dort „keine gasproduzierenden Abfälle".

Schuld an dem schnellen Ausbreiten des Feuers seien keine Gase, sondern der Wind gewesen: Die Feuerwehr habe die Flammen mit einem Schaumteppich zu ersticken versucht, erläutert die Polizei. Der Wind habe den Schaum weggeweht und das Feuer wieder angefacht.

Bei der Suche nach der Ursache seien die Sachverständigen laut Polizei nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. Und mit Blick auf die „Wetterlage und die dort gelagerten Materialien ist mit höchster Wahrscheinlichkeit von Selbstentzündung auszugehen". Eine Glasscherbe oder eine Zigarettenkippe zum Entfachen reiche aus, meint auch Geschäftsführer Eberhard, „oder Brandbeschleuniger".

Ob die Gefahr der Selbstentzündung mit einer Halle gebannt werden könnte, bezweifelt die SGD. Generell könne man nicht behaupten, die Zwischenlagerung auf freier Fläche führe eher zu einer Brandgefährdung als das Lagern in einer Halle. Die Behörde hat sich jedoch vorgenommen, alle Daten aus dem Vorfall zusammenzustellen und mit dem Betreiber, der Feuerwehr und dem Brandschutzsachverständigen die Ursache, die Brandbekämpfung und eventuelle Verbesserungen zu besprechen. (jel)

LANDMAA

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.93, Datum: Mittwoch, den 22. April 2009, Seite: Nr.19, "Deep-Link"-Referenznummer: '4900564'


 
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