LoginStartseiteFFW VG L-HBerichte2017201620152014201320122011 2010 2009200820072006200520042003200220012000< 2000GerätehäuserFahrzeugeWehrführung MannschaftAusbildungTermineFeuerwehrinfosTipps für die BevölkerungLinksGästebuch

 
 
29.07.2009 - Digitalfunk in RLP

29.07.2009 - Digitalfunk in Rheinland-Pfalz

Am 29.07.2009 erschien in der Rheinpfalz ein interessanter Artikel zum Thema Probleme beim Funken und der Einführung von Digitalfunk in Rheinland-Pfalz

Feuerwehrübung in Weidental Mitte Juli: Nach dem missglückten Trainingseinsatz sorgt das Telefonproblem für reichlich Zündstoff. FOTO:LM

Es gibt Alarm - und keiner weiß wohin

Probleme mit dem Funk sind bei Feuerwehren in der Pfalz ein Thema - Verbesserungen durch Digitalfunk erhofft

Von ANNEGRET RIES

WEIDENTHAL. Man stelle sich vor: Es wird Feueralarm ausgelöst, aber die Wehrleute wissen nicht, wo sie zum Löschen hinfahren sollen. Der Grund: Vom örtlichen Feuerwehrhaus aus ist kein Funkkontakt zur Zentrale möglich - und im Gebäude gibt es kein Telefon. Das ist kein Scherz, sondern kürzlich in Weidenthal (Kreis Bad Dürkheim) passiert. Zum Glück handelte es sich nur um eine Übung. Probleme mit dem Funk sind freilich keine Weidenthaler Besonderheit.

Derzeit wird für die Alarmierung der Feuerwehrleute wie auch für den internen Funkkontakt Analogfunk genutzt. Voraussichtlich ab den Jahren 2011/12 werden in Rheinland-Pfalz Alarmierung und Funkkontakt auf Digitaltechnik umgestellt, nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für Polizei und Rettungsdienste. Telefone sind zwar offiziell nicht für die Alarmierung vorgesehen, doch wenn es Probleme mit dem Funknetz gibt, werden sie als Alternative genutzt.

Es sei Aufgabe der Kreise und kreisfreien Städte dafür zu sorgen, dass Alarmierung und Funkkontakt funktionieren, sagt Rainer Karn, Referent im Mainzer Innenministerium. Alarmiert werde bei der Feuerwehr grundsätzlich über Funk oder Sirene. Dort, wo es Probleme gibt, müssten zusätzliche Relaisstationen installiert werden. Doch weiß man auch im Ministerium, „dass es in manchen Ecken mit dem Funk einfach nicht klappt". Das seien aber immer nur „sehr kleine Bereiche", betont Karn.

In Gebieten mit großen Höhenunterschieden oder in engen Tallagen sei es manchmal schwierig mit der Funkverbindung, weiß auch Otto Fürst, Vorsitzender des rheinland-pfälzischen Feuerwehrverbands. Wenn der Funk streike, greife man eben zu Handy oder Festnetztelefon. Ein Festnetzanschluss sei Standard in jedem Feuerwehrhaus, versichert Fürst. Ausnahme seien höchstens ganz kleine Orte. Fürst ist kein Fall bekannt, bei dem die Feuerwehr wegen Funk-Problemen nicht wusste, wo sie hin sollte. „Aber ausschließen kann ich es natürlich nicht", sagt Karn. Aber: „Die Feuerwehrleute wissen, wo es problematisch ist und wie sie damit am besten umgehen."

In etwa zwei Prozent des Landkreises Kusel gehe mit Funk gar nichts, berichtet Kreisfeuerwehrinspekteur Lothar Schwarz. Als Beispiele nennt er die Gemeinde Kreimbach-Kaulbach in der Verbandsgemeinde Wolfstein und der zum Kreis gehörende Teil des Ostertals. Dort würden die Feuerwehrleute statt über Funkmeldeempfänger über Handy alarmiert und per Telefon werde bei Einsatz oder Übung Kontakt gehalten. Telefon sei in allen Feuerwehrhäusern vorhanden, so Schwarz.

„Wenn von einem Fahrzeug aus der Funk nicht klappt, reicht es oft, wenn man ein paar Meter weiter fährt", nennen Schwarz und Hans Weber, Kreisfeuerwehrinspekteur im Landkreis Kaiserslautern, ein einfaches Hilfsmittel. Auch im Kreis Kaiserslautern sei in einigen Ecken der Funk nicht optimal, berichtet Weber. Umsetzer, die in den vergangenen Jahren in problematischen Gegenden an den Relaisstationen installiert wurden, hätten eine Verbesserung gebracht. Wenn es trotzdem mal nicht klappe, gebe es ja immer noch Handy und Festnetztelefon. Letzteres stehe in jedem Feuerwehrhaus, meint Weber. Im Kreis Südwestpfalz klappe Alarmierung und Kontakt über Funk in der Regel, und wenn es doch mal Probleme gebe, dann greife man zu dem in jedem Feuerwehrhaus vorhandenen Telefon, sagt Rouven Fritzinger, Pressesprecher der Kreisverwaltung.

Im Donnersbergkreis werde die Feuerwehr in den meisten Orten noch traditionell mit Sirenen alarmiert, berichtet der dortige Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Schäfer. Das habe sich bewährt. Außerdem werde so auch die Nachbarschaftshilfe aktiviert. In größeren Orten, wie beispielsweise Rockenhausen oder Obermoschel, werde über Funk alarmiert und auch der Kontakt bei Einsatz oder Übung werde über Funk gehalten. „Da kennen wir unsere Problemzonen", sagt Schäfer und man wisse auch, wie die Probleme zu lösen seien. In Ransweiler beispielsweise fahre ein Fahrzeug ein Stück den Berg hoch - dann klappe es mit dem Funken.

Auch im Kreis Bad Dürkheim, zu dem Weidenthal gehört, gibt es nur wenige Problemzonen. Man behelfe sich in der Regel über Handy, sagt Wilhelm Sluiter, Abteilungsleiter bei der Kreisverwaltung Bad Dürkheim. Der Kreis habe in den vergangenen Jahren zur Verbesserung des Funknetzes einiges getan. So seien auf dem Weinbiet und dem Bismarckturm zusätzliche Relaisstationen installiert worden, berichten Sluiter und der zuständige Kreisbeigeordnete Erhard Freunscht. „Aber die Berge kann ich nicht wegschieben", so Freunscht.

Das nicht vorhandene Telefon im Weidenthaler Feuerwehrhaus hat übrigens inzwischen dazu geführt, dass der dortige Wehrführer vom Dienst suspendiert wurde. Denn nachdem er zuerst der Verbandsgemeinde Lambrecht den schwarzen Peter dafür zugeschoben hatte, dass die Weidenthaler Wehrleute kein Telefon haben, hat sich inzwischen herausgestellt, dass er selbst den Anschluss abgemeldet hat. Grund war ein jahrelanger Streit über die Frage, ob die Verbandsgemeinde oder die Weidenthaler Feuerwehr die Telefongebühren tragen soll.

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.173, Datum: Mittwoch, den 29. Juli 2009, Seite: Nr.12, "Deep-Link"-Referenznummer: '5292097'

Zur Sache: Umstellung auf Digitalfunk

Die Umstellung vom Analog- auf Digitalfunk ist nicht nur in Rheinland-Pfalz, sondern bundesweit vorgesehen. Das digitale Funksystem sei weitaus leistungsfähiger, zudem werde Analogfunk in einigen Jahren generell nicht mehr möglich sein, nennen Fachleute zwei Hauptgründe für die Umstellung. Außerdem kann Digitalfunk nicht abgehört werden.

Eigentlich sollte schon Ende nächsten Jahres das digitale Funknetz in Rheinland-Pfalz stehen, die derzeitige Planung geht dem Innenministerium zufolge davon aus, dass es bis Ende 2012 dauert, wobei 2010 im Norden des Landes begonnen werden soll. Feuerwehr-Verbandschef Otto Fürst hat auch an diesem Zeitplan seine Zweifel. Er rechnet damit, dass es 2013 werden wird. Hauptgrund für die Verzögerung ist, dass bundesweit für den Digitalfunk weitaus mehr Basisstationen benötigt werden als ursprünglich angenommen und dass diese Stationen derzeit nicht geliefert werden können.

Die genauen Kosten, die die Umstellung verursacht, stehen nach Angaben des Innenministeriums noch nicht fest. Den Aufbau des Funknetzes zahle das Land. An den Kosten für neue Funkgeräte sollen sich die Landkreise und kreisfreien Städte mit 50 Prozent beteiligen. Die Funkalarmempfänger, mit denen die Wehrleute alarmiert werden, würden wohl die Kommunen zahlen müssen, so Fürst. Einige Landkreise denken nach seinen Angaben daran, die Verbandsgemeinden an den Kosten zu beteiligen.

Werner Schäfer, Kreisfeuerwehrinspekteur des Donnersbergkreises, verspricht sich von der anstehenden Umstellung auf Digitalfunk eine Verbesserung. Skeptisch ist dagegen sein Kollege im Landkreis Kusel. Wenn es beim Digitalfunk eine Störung gebe, dann gehe gar nichts mehr. Beim Analogfunk bestehe dagegen die Möglichkeit, einfach die nächste Relaisstation zu nutzen, sagt Lothar Schwarz. (ann)

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.173,Datum: Mittwoch, den 29. Juli 2009, Seite: Nr.12

"Deep-Link"-Referenznummer: '5292247'


 
31.10.
15.03.
08.03.
16.01.
01.01.