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15.03.2011 - Frauen bei der Feuerwehr

15.03.2011 - Frauen bei der Feuerwehr

An Dienstag, den 15.03.2011 erschien folgender Artikel in der Rheinpfalz, Frankenthaler Teil:

Überzeugte Feuerwehrfrauen: Melanie Kuhl (links) - gerade im Dienst - und Nancy Meissnner, die wegen Tochter Lucy momentan pausiert. - FOTO: BOLTE

Körperlich fit müssen sie sein

Hintergrund: Immer mehr Frauen engagieren sich bei der Feuerwehr und beweisen, dass sie genauso gut sind wie Männer

Von BIRGIT VOLTZ

Noch sind die Männer bei der Feuerwehr in der Überzahl, doch rücken seit einigen Jahren immer mehr Frauen nach, die sich auf diesem Gebiet ebenso bewähren wie ihre männlichen Kollegen. Die Vielseitigkeit des Aufgabengebiets, der Gemeinschaftssinn bei der Feuerwehr und der Wunsch zu helfen, begeistern sie gleichermaßen.

Kommen die meisten Frauen über Familienangehörige zur Feuerwehr, so war es bei Oberfeuerwehrfrau Melanie Kuhl anders. Sie war schon als Kind von der Feuerwehr begeistert. Immer wenn eines dieser roten Autos an ihr vorbeifuhr, war es etwas ganz Besonderes für sie. Als sie dann vor fünf Jahren nach Heßheim kam und bei ihrer Suche nach Freizeitaktivitäten auf die Feuerwehr stieß, war ihr klar, was sie wollte. Seitdem ist sie mit Begeisterung dabei.

Ihre männlichen Kollegen seien ihr gegenüber sehr fair. „Ich habe das große Glück, dass mir hier keiner der Männer meinen Posten streitig macht”, sagt die 33-Jährige. „Ich bin voll aufgenommen und bei einem Einsatz genauso auf meinem Platz wie die Männer.” Einen Nachteil ihnen gegenüber habe sie nicht, sagt sie, sie habe höchstens nicht ganz so viel Ausdauer. Körperlich fit müsse Frau schon sein, denn in voller Montur mit Atemschutzgerät trage sie mindestens 20 Kilogramm mit sich herum.

Drei Stunden pro Woche hat Melanie Kuhl Dienst bei der Feuerwehr, und samstags beteiligt sie sich freiwillig an Aufräum- und Umbauarbeiten oder trifft Vorbereitungen zum Tag der offenen Tür. Hinzu kommen jährlich rund 70 Einsätze unterschiedlicher Art. Von den fünf Frauen bei der Heßheimer Wehr sei momentan außer ihr nur noch eine aktiv. Die anderen pausierten, weil sie Mütter geworden seien.

Auch Nancy Meissner von der Feuerwehr Groß-/Kleinniedesheim setzt gerade aus. Töchterchen Lucy ist ein Jahr alt, und seit der Schwangerschaft war Meissner nicht mehr im Feuerwehrdienst. Im nächsten Monat möchte sie aber wieder einsteigen, denn um auf dem Laufenden zu bleiben, müsse man sich ständig fortbilden. Auch habe sie bereits einige Lehrgänge durchlaufen, um den Dienstgrad Brandmeisterin zu erlangen. Als Tochter engagierter Feuerwehrleute kam die 29-Jährige bereits mit zehn Jahren zur Wehr. Sie habe eigentlich nur gute Erfahrungen mit ihren männlichen Kollegen gemacht, sagt die Justizsekretärin. Sie sei voll akzeptiert, und die Männer seien sehr hilfsbereit.

Ihr großes Vorbild ist ihr Vater, der in der Feuerwehr Eckartsberga in Sachsen-Anhalt engagiert ist. Er stand ihr einst auch bei ihrem schlimmsten Einsatz zur Seite, als ein Freund tödlich verunglückte. „Mein Vater hat mich geistesgegenwärtig abgeschirmt, so dass ich unseren Freund nicht sehen musste. So lange man jemanden nicht kennt, denkt man im Moment der Hilfe nicht groß nach, man funktioniert einfach”, sagt sie, „aber wenn man einen direkten Bezug hat, ist es schlimm.” Es sei daher enorm wichtig, dass man nach den Einsätzen miteinander über die Situation spreche, um sie besser verarbeiten zu können.

Gerade von der Jugendwehr zur aktiven Feuerwehr gewechselt sind Diana Wewers und Leslie Anne Selzer aus Lambsheim. Den beiden 17-Jährigen ist das Gemeinschaftsgefühl bei der Feuerwehr sehr wichtig: „Es ist ein großer Zusammenhalt, keiner wird ausgeschlossen”, sagt Diana. Ihre Freundin stimmt zu: „Wir sind hier wie eine große Familie.” Seit sechs Jahren sind die jungen Frauen mit Spaß dabei. Auch Vater und Opa waren bei der Feuerwehr. Von den Jungs seien sie immer gleichwertig behandelt worden, und die Aufgaben könnten sie genauso gut erledigen wie diese. Bei den Aktiven sei es allerdings anstrengender als vorher bei der Jugendfeuerwehr, sagen beide. Habe man früher noch alles gezeigt bekommen, so müsse man jetzt beweisen, dass man es auch alleine schafft.

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.62, Datum: Dienstag, den 15. März 2011, Seite: Nr.17


 
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