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24.07.2012 - Rheinpfalzbericht

24.07.2012 - Rheinpfalzbericht zur aktuellen Diskussion um Einsparungen bei der Feuerwehr

Typischer Feuerwehreinsatz: ein Dachstuhlbrand im Sommer 2009 in Kleinniedesheim. Das Dorf hat keine eigene Wehr mehr, die Brandbekämpfer rücken aus Großniedesheim an.

„Das Wertvollste ist das Personal”

HESSHEIM/GRÜNSTADT: Feuerwehren in der Region halten nichts davon, kleine Wehrstandorte aus Kostengründen zu schließen

Mit seiner Empfehlung, kleine Dorffeuerwehren in manchen Regionen zusammenzulegen, ist der Landesrechnungshof in der vergangenen Woche nicht nur beim Präsidenten des Landesfeuerwehrverbands auf Unverständnis gestoßen (wir berichteten auf Südwest). Auch die Wehrführer im Frankenthaler Umland halten nicht viel von solchen Fusionen, die laut Rechnungshof manch hoch verschuldeter Kommune im Land Kosten sparen könne.

Zu 150 bis 250 Einsätzen rücken die Feuerwehren der Verbandsgemeinden Heßheim und Grünstadt-Land jedes Jahr aus. Brände sind dabei in der Minderzahl, meistens werden die Wehren gerufen, wenn technische Hilfe bei Verkehrsunfällen, Überschwemmungen oder Sturmschäden nötig ist. Auch Türen zu öffnen oder bei Kerweumzügen Straßen zu sperren, gehört zu ihrem Aufgabengebiet. Je nach Größe der Wehr treffen sich die Helfer wöchentlich oder 14-tägig, und sei es nur, um die Geräte instandzuhalten.

Insgesamt 90 Feuerwehrmänner und -frauen stehen dazu in der Verbandsgemeinde Heßheim zur Verfügung, in Grünstadt-Land sind es 280. Unter den 16 Einheiten in den beiden Verbandsgemeinden gehört jene in der Ortsgemeinde Heßheim mit 34 Aktiven und 50 bis 70 Einsätzen zu den größten und Laumersheim mit sechs Aktiven und drei bis vier Einsätzen im Jahr zu den kleinsten Dorffeuerwehren. Zu klein, um auf Dauer alleine existieren zu können?

„Das ist vollkommener Blödsinn”, ärgert sich Reiner Geiger, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Heßheim. „Das Wertvollste einer Feuerwehr ist ihr Personal. Die Leute bringen sich ein und haben eine super Ausbildung.” Bei einer Zusammenlegung der Dorffeuerwehren würde man Mitglieder verlieren, ist sich Geiger sicher. Auch sein Kollege Frank Janson von der VG Grünstadt-Land befürchtet, dass Personal verloren geht, wenn der Vorschlag verwirklicht würde: „Die Feuerwehrleute möchten sich in erster Linie in ihrer Ortsgemeinde engagieren und nicht in einem großen Stützpunkt.” Ein Standpunkt, den alle Wehrleiter im Frankenthaler Umland vertreten - ebenso wie Otto Fürst, der Chef des Landesfeuerwehrverbands. Er glaubt, dass sich durch eine Zusammenlegung von Wehren keine Kosten sparen lassen, weil das Ehrenamt verloren gehe und Hauptamtliche eingestellt werden müssten.

Maßlos über den Vorschlag des Landesrechnungshofs geärgert hat sich auch Heßheims Wehrführer Udo Geiger: Er sieht im Fall einer Zusammenlegung mehr Einsätze auf die Wehrleute zukommen und damit Ärger mit deren Arbeitgebern. „Außerdem kann eine Feuerwehr allein unmöglich ein so großes Gebiet abdecken. Mit den jetzigen Wehren der Verbandsgemeinde können wir das aber auch tagsüber”, so Geiger.

Am Tag einsatzbereit zu sein, das stellt gerade bei Gemeinden auf dem Land ein Problem dar, denn ein Großteil der Helfer arbeitet außerhalb. „Deshalb ist es gut, viele kleine Wehren zu haben, dann sind genug Leute da. Die fallen aber weg, wenn ein Stützpunkt geschaffen wird”, meint Dirmsteins Wehrführer Torsten Göhring. Mit Mitgliedern, die beruflich im Schichtdienst beziehungsweise in Landwirtschaft und Weinbau tätig und damit am Tag eher abkömmlich sind, kommen einige Gemeinden ganz gut über die Runden. Laut Wehrleiter Frank Janson sind die Dorfeinheiten tagsüber sehr unterschiedlich mit Personal ausgestattet: „Es gibt Orte, in denen ist die Tageszahl auf vier Personen geschrumpft, und andere, in denen sie bei 15 Leuten liegt. Daher arbeiten wir teilweise mit zwei bis drei Wehren im Doppelalarm.”

Für Torsten Göhring gibt es noch einen weiteren Grund, alles beim Alten zu lassen: „Wir brauchen Ortskundige. Und die haben wir in den kleinen Wehren, die kennen ihr Einsatzgebiet.” Laumersheims Wehrführer Hans-Peter Ludewig kann eine Zusammenlegung aus Kostengründen zwar nachvollziehen, für ihn stellt sich allerdings die Frage, wo dann der Stützpunkt eingerichtet wird, damit man ihn auch schnell erreichen kann. „Schließlich müssen wir uns an die Acht-Minuten-Hilfeleistungspflicht halten. Bei einem großen Einsatzgebiet wäre das möglicherweise nicht mehr gegeben”, sagt auch Großkarlbachs Wehrführer Markus Ittel. Es gebe in der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land ja schon Zusammenschlüsse von Wehren, und man bemühe sich auch, Gerätehäuser gemeinsam zu nutzen, um Kosten zu sparen.

In der Tat hat nicht mehr jedes Dorf in den beiden Verbandsgemeinden eine eigene Wehr. Klein- und Großniedesheim bilden seit etwa fünf Jahren eine Einheit, ebenso Bockenheim und Kindenheim sowie Kleinkarlbach und Kirchheim. In Quirnheim und Obersülzen wurden die Wehren aufgelöst - aus Mitgliedermangel, wie Ordnungsamtsleiter Karl-Peter Grimm berichtet. Der Rückgang an Freiwilligen, befürchtet er, könnte mittel- bis langfristig auch andere kleine Wehren dazu bringen, ihr Gerätehaus dicht zu machen. Das heißt auch ohne Druck vom Landesrechnungshof. Derzeit in der Planung seien Fusionen oder Auflösungen in Grünstadt-Land aber nicht.

Auch in der VG Heßheim, die sich 2014 mit Lambsheim zusammenschließt, soll an der jetzigen Struktur nichts geändert werden, wie Ordnungsamtsleiter Klaus-Jürgen Deheck auf Nachfrage sagt. Was nicht heiße, dass es nichts mehr zu verbessern gebe. „Das jetzige Konzept wird von uns regelmäßig dahin gehend geprüft, ob es noch Einsparpotenzial gibt.” (bvo/ww)

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.170, Datum: Dienstag, den 24. Juli 2012, Seite: Nr.15, "Deep-Link"-Referenznummer: '9213322', Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

 

Nachtrag vom 25.07.2012, da sich der Fehlerteufel eingeschlichen hat:

Gemeinsame Feuerwehr schon seit 20 Jahren

HESSHEIM. Nicht erst seit fünf Jahren, wie gestern irrtümlich berichtet, sondern schon seit rund 20 Jahren gibt es eine gemeinsame Feuerwehr für die Ortsgemeinden Großniedesheim und Kleinniedesheim. Darauf weist das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Hessheim hin. (rhp)

 

Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.171, Datum: Mittwoch, den 25. Juli 2012 , Seite: Nr.17, "Deep-Link"-Referenznummer: '9220290', Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper


 
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