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02.02.2013 - Rheinpfalz - Kreisrückblick

Rheinpfalzartikel vom 02.02.2013

In Autobahnnähe gibt’s mehr zu tun

Auf ein relativ ruhiges Jahr blicken die Feuerwehren im Frankenthaler Umland zurück. Die Brandbekämpfung macht nur noch einen kleinen Teil der Einsätze aus, immer häufiger werden die Helfer nach Verkehrsunfällen gerufen. Für den gesamten Rhein-Pfalz-Kreis berichtet Kreisfeuerwehrinspekteur Uwe Speichelmann von gestiegenen Einsatzzahlen.

Im Vergleich zu 2011 mussten die 25 Wehren im Rhein-Pfalz-Kreis im vergangenen Jahr häufiger ausrücken: 1242-mal, was einer Steigerung von zehn Prozent entspricht. „Bei manchen Wehren waren es bis zu 30 Prozent mehr Einsätze“, berichtete Kreisfeuerwehrinspekteur Uwe Speichelmann am Donnerstag bei einer Dienstbesprechung in Lambsheim.
Besonders viel zu tun hatten Einheiten in der Nähe einer Autobahn oder Bundesstraße, weil es dort vermehrt zu Unfällen gekommen sei. Vor allem die Fälle, in denen die Kollegen dem Rettungsdienst durch Türöffnungen den Weg freimachen mussten, seien merklich mehr geworden. Einen besonderen Fall stellte laut Speichermann ein Verkehrsunfall bei Römerberg dar, bei dem mehrere Jugendliche getötet wurden. „Das war für die Einsatzkräfte seelisch sehr belastend.“
Zu 64 Einsätzen musste die Bobenheim-Roxheimer Feuerwehr 2012 ausrücken. Die Zahl habe sich im Vergleich zu 2011 nicht verändert, sagt Wehrleiter Patrick Janz auf Anfrage. Die Art der Einsätze sei „bunt gemischt“ gewesen, wobei ein Drittel auf Brände und zwei Drittel auf technische Hilfe entfallen seien. „Wir hatten auch ein paar Einsätze spektakulärer Art“, so Janz. Bei einem Wohnungsbrand, der zwei Hunde das Leben gekostet hatte, sei beispielsweise eine größere Menge Munition gefunden worden. 52 Einsatzkräfte sind zurzeit in Bobenheim-Roxheim aktiv, auch diese Zahl sei stabil.
Mit der Ausstattung der Wehr ist Janz zufrieden: „Was wir brauchen, haben wir.“ Das allgemeine Nachwuchsproblem sieht er ebenfalls entspannt: „Die jungen Leute rennen uns nicht gerade die Tür ein, aber das ist schon seit Jahren so.“
Nach Angaben von Wehrleiter Reiner Geiger, rückten die Einheiten der Verbandsgemeinde Heßheim 83-mal aus (2011: 79 Einsätze). Zehn Brände mussten gelöscht werden, die restlichen Einsätze bezogen sich auf technische Hilfe. Darunter waren zahlreiche Wasserrohrbrüche im kalten Februar. Der größte Einsatz des Jahres war ein Brand zwischen Heßheim und Lambsheim, als ein Lager von rund 100 Baumstämmen in Flammen stand.
Nachwuchssorgen gebe es nicht, sagt Geiger: „Da sind wir gut aufgestellt, wir haben eine recht starke Jugendfeuerwehr.“ Dadurch könnten auch Abgänge bei den Aktiven gut ausgeglichen werden. 92 Wehrleute waren 2012 in der Verbandsgemeinde tätig, zwei mehr als im Jahr zuvor. In Sachen Ausstattung sei ebenfalls alles in Ordnung, berichtet Geiger. Unterstützung leiste der Feuerwehrförderverein: Ein Teil der Mitgliedsbeiträge fließe in Ausrüstung und Jugendarbeit.
„2012 war ein ruhiges Jahr“, resümiert der Lambsheimer Wehrleiter Wolfgang Bayer. 47-mal wurden seine Leute gerufen, 2011 waren es 49 Einsätze. „Brände gibt es nur noch wenige, die Zahl ist rückläufig“, sagt der Wehrleiter, der auf eine 34-köpfige Mannschaft zurückgreifen kann, darunter zwei Frauen. „Die Anzahl ist konstant. Wenn einer weggeht, kommt ein anderer nach.“
Auch die Jugendfeuerwehr sei mit neun Mitgliedern gut aufgestellt: „Etwa 25 Prozent von denen bleiben bei den Großen hängen.“ Die Lambsheimer Wehr stelle sich regelmäßig in Kindergärten und Schulen vor, um die Jugend für die Arbeit der Feuerwehr zu begeistern. Einen Ausrüstungsmangel gibt es in Lambsheim nach Bayers Ansicht nicht: „Wir sind gut bestückt.“ Einziges Manko sei das Fehlen einer Drehleiter, „aber die bekommen wir von der Feuerwehr Maxdorf, wenn wir sie brauchen.“
Die zwölf Feuerwehren der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land mit ihren 280 Aktiven waren im letzten Jahr 95-mal im Einsatz (2011: 110-mal). „Die Arbeit verlagert sich hin zur technischen Hilfe“, sagt Wehrleiter Frank Janson, bei den klassischen Bränden seien die Zahlen rückläufig. „Wir haben Nachwuchssorgen an einzelnen Standorten, aber wir probieren alles aus, um diese zu mindern“, so Janson. Beispielsweise gebe es Schulklassenbetreuer, welche die Schüler im Brandschutz ausbilden. Bei der Ausrüstung habe sich in den letzten Jahren einiges verbessert, unter anderem seien fünf neue Rettungsscheren gekauft worden. Mittel für Neuanschaffungen stellten die Fördervereine bereit. „Die unterstützen die Wehren in allen möglichen Belangen“, so Janson.
Etwa 200 bis 300 Stunden im Jahr muss jedes Wehrmitglied durchschnittlich für die Feuerwehrarbeit aufwenden, schätzen die vier Wehrleiter. Mit Übungsstunden, Gerätepflege und Einsatzzeiten komme da einiges zusammen. Allein 40 Stunden betrage die Mindestzeit für Übungen im Jahr. „Aber dass 98 Prozent der Kräfte diese Mindestzeit überschreiten, davon kann man sicher ausgehen“, meint Janson.
In diesem Jahr steht bei den Wehren im Rhein-Pfalz-Kreis die Neuorganisation der Führungsstruktur an. Auf die Personalzahl habe dies jedoch keine Auswirkungen, versichert der Kreisfeuerwehrchef: „Es gibt deshalb keine Entlassungen.“ Im September findet eine Landesübung Hochwasser statt, an der sich neben den Feuerwehren des Rhein-Pfalz-Kreises unter anderem die Verwaltung sowie die Wehr des Kreises Bad Dürkheim beteiligen. Einen Kreisfeuerwehrtag werde es in diesem Jahr wohl nicht geben, sagte Speichermann: „Es hat sich niemand gefunden, der ihn ausrichten will.“
Personell haben sich zum 1. Februar einige Veränderungen auf Kreisebene ergeben. Landrat Clemens Körner (CDU) ernannte in der Dienstbesprechung Rainer Schädlich zum Nachfolger von Stefan Zöller als Stellvertretenden Kreisfeuerwehrinspekteur. Die Aufgaben des scheidenden Heiko Weitkamp als Stellvertreter des Kreisjugendfeuerwehrwarts übernehmen Bianca Heß und Thomas Horn. Zum Kreisausbilder wurde Markus Jonas ernannt. (hn)
 
Quelle: Verlag: DIE RHEINPFALZ, Publikation: Frankenthaler Zeitung, Ausgabe: Nr.28, Datum: Samstag, den 02. Februar 2013, Seite: Nr.15, "Deep-Link"-Referenznummer: '91_7244370'

Mit ihrer Ausrüstung sind die Feuerwehren in der Region sehr zufrieden. Hier die nagelneue Umkleide im umgebauten Gerätehaus Lambsheim. - FOTOS: BOLTE
Nehmen als Feuerwehrleute kreisweite Aufgaben wahr (von links): Rainer Schädlich, Bianca Heß, Markus Jonas und Thomas Horn - FOTOS: BOLTE

 
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