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Presseartikel

Im folgenden finden Sie interesante Artikel aus der Presse:

Das Richtige Löschmittel

Der Kampf gegen das Feuer

Wasser löscht, weil es dem Brand Energie entzieht - Pulverlöscher arbeiten nach dem Prinzip Kühlen und Ersticken

Von unserem Mitarbeiter Dieter Neubauer

Wasser löscht Feuer. Warum aber ist das Wasser eigentlich der Feind des Feuers? Feuer erzeugt Wärmeenergie. Ein Teil dieser Wärmeenergie wird benötigt, um neues Brennmaterial zu erhitzen, und zwar so weit, dass brennbare Gase und Dämpfe entstehen. Kaltes Holz zum Beispiel brennt nicht. Andererseits ist bekannt, dass man ziemlich viel Wärmeenergie braucht, um Wasser zum Sieden zu bringen. Wenn das Wasser dann kocht, braucht es noch viel mehr Wärme, um sich ganz in Dampf zu verwandeln.

Wasser ist also ein hervorragend geeignet, Wärmeenergie aufzunehmen. Und das ist auch der Grund, warum Wasser so leicht und elegant Feuer löscht: Es entzieht dem Brand Wärmeenergie. Zuerst wird dadurch das Feuer so weit geschwächt, dass es kein neues Brennmaterial mehr erhitzen und entzünden kann. Dann wird das Feuer selber bekämpft: Auf der Glut verdampft das Wasser unter lautem Zischen. Die Glut wird dadurch abgekühlt, also noch schwächer. Noch mehr kaltes Wasser kühlt schließlich den Brandherd so weit ab, dass alle chemischen Verbrennungsreaktionen zum Stillstand kommen: Das Feuer verlöscht.

Das Feuer braucht Sauerstoff, ohne Sauerstoff muss es ersticken - genau wie wir. Deshalb kann man Feuer auch dadurch löschen, dass man ihm die Luftzufuhr abschneidet. Die Reste eines Grill-, Lager- oder Kaminfeuers verlöschen unweigerlich, wenn man sie mit einer ausreichenden Menge Sand überschüttet.

Allerdings verwenden unsere Pulverlöscher keineswegs Sand, sondern andere Substanzen, von denen Natriumhydrogencarbonat die wichtigste ist. Dieses Salz ist ein alter Bekannter: Der Apotheker verkauft es auch unter den Namen doppelt kohlensaures Natron oder Natriumbicarbonat.

Unser erster Versuch soll zeigen, warum. Wir erhitzen dazu eine Messerspitze Natriumhydrogencarbonat in einem Reagenzglas. Bald füllt sich das Glas mit Kohlendioxid. Das erkennen wir daran, dass ein hineingehaltenes brennendes Streichholz sofort verlöscht. Die Entwicklung von Kohlendioxid erfordert also Wärmeenergie. Diese Energie wird beim Löschen mit dem Pulverlöscher dem Feuer entzogen. Das Natriumhydrogencarbonat wirkt demnach ähnlich abkühlend auf das Feuer wie Wasser. Aber darüber hinaus entwickelt es Kohlendioxid, ein Gas, das ebenfalls Feuer erstickt. Es ist dem Sand, der nur den Zutritt von Luft verhindert, zweifach überlegen.

Verwirbeltes Pulver

Im einfachsten Falle enthält der Pulverlöscher eine Mischung aus Natriumhydrogencarbonat und anderen pulverförmigen Stoffen. Er steht unter Druck, weil er mit Kohlendioxid gefüllt ist. Wenn man ein Ventil am oberen Ende des Löschers öffnet, entweicht das Kohlendioxid mit lautem Zischen durch einen angeschlossenen Schlauch und wirbelt dabei das Löschpulver mit. Sofern man dabei mit dem Schlauch gut auf den Brandherd gezielt hat, verlöscht er augenblicklich. Nachteilig ist die Riesenmenge von fein verwirbeltem Staub, welche die Sicht behindert und die man hinterher äußerst mühsam beseitigen muss. Eben deswegen sollte man wirklich nur im Falle eines Brandes den Feuerlöscher bedienen. Es kann nämlich passieren, dass das Ventil nicht mehr richtig schließt und dass sich dann sein ganzer Inhalt entleert.

Aber was tut man, wenn zum Beispiel Öl oder Benzin brennen? Wasser ist schwerer als Öl und geht deshalb im brennenden Öl unter, ohne zu löschen. Pulver gehen ebenfalls unter und spalten auch kein Kohlendioxid ab, weil sie unter dem brennenden Öl gar nicht erhitzt werden. Da ist guter Rat teuer.

Die Feuerwehr wendet in diesem Falle einen raffinierten Trick an. Sie mischt dem Löschwasser eine Substanz bei, die zur Entstehung eines klebrigen Schaums führt. Außerdem sorgt sie dafür, dass die Schaumblasen nicht mit Luft, sondern mit Kohlendioxid gefüllt sind. Dieser Schaum wird mit einer „Schaumkanone" auf das brennende Öl befördert. Er ist leichter als dieses und schwimmt deshalb auf der Öloberfläche, obwohl er hauptsächlich aus Wasser besteht. Das Wasser wirkt abkühlend, das Kohlendioxid erstickend auf den Ölbrand.

In unserem zweiten Versuch wollen wir einen mit Kohlendioxid gefüllten Schaum erzeugen und mit ihm ein Teelicht löschen. In einem flachen Teller verrühren wir einen Kaffeelöffel Natriumhydrogencarbonat zuerst mit einem Tropfen Spülmittel und zwei Kaffeelöffeln Wasser. Danach übergießen wir den Brei mit einer halben Tasse Essig. Ein brennendes Teelicht, das wir auf den Tellerboden neben das Natriumhydrogencarbonat gestellt haben, verlöscht, sobald der Schaum die Flamme erreicht. Es verlöscht noch früher, wenn das Kohlendioxid, das aus der Reaktionsmischung entsteht, nicht über den Tellerrand herunter abfließen kann, sondern die Höhe der Flamme erreicht..

Brandmauer, Sprinkler, Rauchmelder

Weil das Löschen eines Brandes immer mühsam, manchmal sogar unmöglich ist, versuchen die Menschen seit mehr als zweitausend Jahren, durch geeignete Maßnahmen vorzubeugen. Dazu gehören Brandmauern zwischen den Wohnungen von Reihenhäusern, feuerfeste oder brand-hemmende Türen, neuerdings auch Rauchmelder und fest installierte Sprinkleranlagen, die im Falle eines Feuers Wasser versprühen. Vorsichtige Bauherren verwenden Baumaterialien, die nicht brennen oder sich nur schwer entzünden lassen. Das ziemlich leicht brennbare Holz kann man durch Tränken mit geeigneten Chemikalien unbrennbar machen. Wenn es dann noch mit Steinwolle oder Glasfasermatten gegen Wärme und Kälte isoliert ist, hat auch das Feuer keine Chancen. Gegen Brände, die durch Blitzeinschlag entzündet werden, schützt seit gut 200 Jahren der von Benjamin Franklin erfundene Blitzableiter.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Frankenthaler Zeitung
Ausgabe: Nr.76
Datum: Dienstag, den 01. April 2008
Seite: Nr.11
"Deep-Link"-Referenznummer: '2352380'
Präsentiert durch DIE RHEINPFALZ Web:digiPaper

 

 

Quelle: Die Rheinpfalz, Bauen und Wohnen, 26.7.2003
Quelle: Die Rheinpfalz, 27.7.2003

 
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